Rappold Karosseriewerk GmbH

Die Leidenschaft eines Wagenbauers …

Als Eugen Rappold 1948 das Karosseriewerk Rappold gründet, ist er längst ausgewiesener und begehrter Experte auf seinem Gebiet. Als ausgebildeter Wagenbauer arbeitet er zunächst in verschiedenen damals namhaften Betrieben. Er studiert an der Fachschule für Wagen- und Karosseriebau in Köthen / Anhalt und schließt das Studium als  Karosseriebaumeister und Techniker ab. Er arbeitet nun als technischer Entwickler und Zeichner und ist später Leiter einer Konstruktionsabteilung. Seine Erfahrung und sein fundiertes Wissen gepaart mit handwerklichen Fähigkeiten und ausgeprägtem Gespür für Design machen ihn über die Landesgrenzen hinaus zum äußerst begehrten Karosseriebauer.

 

Die Karosserieentwürfe von Eugen Rappold überzeugen durch Gestaltung, Funktion und hochwertige Ausführung der Karosseriearbeiten, was den seinerzeitigen Arbeitgebern von Eugen Rappold und später ihm selbst viele Kunden und großes Ansehen auf nationalen und internationalen Märkten bringt. Die innovativen Ideen von Eugen Rappold sind wegweisend für die gesamte Branche. Als Entwickler, Konstrukteur und Designer ist er der perfekte Wagenbauer. Was liegt also näher, als sich selbständig zu machen?

 

Das Karosseriewerk Rappold in Wülfrath

Der Standort ist von Anfang an Wülfrath, zunächst in der Goethestraße. Zu Beginn sind es vor allem Reparaturen und Lackarbeiten an Fahrzeugen, die während des Kriegs beschädigt oder mit Tarnfarben versehen wurden. Doch bald folgen Neubauten von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Anhängern. 1949 bestellt Toni Ulmen, der deutsche Meister der Formel 2, den Umbau seines Veritas-Sportwagens zum Monoposto-Rennwagen. Der Rennwagen ist ein erfolgreiches Projekt. Immer mehr Kunden wollen von Eugen Rappold designte und gebaute Karosserien, zum Beispiel Taubentransporter, Präsentationsfahrzeuge, Verkaufswagen für fahrende Händler wie Metzger und Bäcker, Cabriolets, Luxuslimousinen und Nutzfahrzeuge der Pietät. Bei Rappold entstehen die ersten Bestattungswagen.

 

Der Umzug

1953 wird es am alten Standort zu eng. Die neue Adresse ist die Mettmanner Straße 147 in Wülfrath, an der Sie uns heute noch finden. Hier ist Platz für eine moderne Stahlhalle für den Fahrzeugbau. Hier lässt sich der Karosseriebau räumlich vom Reparaturbetrieb trennen, denn Sonderaufbauten und Bestattungswagen brauchen viel Platz. Hier ist ebenfalls Platz für Lagerräume, Lackiererei, Stellmacherei, Schmiede, Holzlager, Polsterei. Bei Rappold arbeiten bis zu 80 Mitarbeiter, darunter Stellmacher, Feinblecher, Schmiede, Elektriker, Polsterer, Lackierer Autoelektriker, Blechschlosser, Klempner, Lackierer, Sattler, Tischler und natürlich Karosseriebauer.

 

Von Anfang an bildet Eugen Rappold in den verschiedensten Berufen des Karosseriebaus aus. Für sein beispielhaftes Engagement in der Berufsausbildung bekommt er 1977 das Bundesverdienstkreuz. Doch zurück zur Chronologie …

 

Das Wirtschaftswunder

Mit zunehmendem Wirtschaftswachstum in der jungen Bundesrepublik übernehmen auch Automobilhersteller die Lieferung von Serienkarosserien für Sonderwünsche. Bei diesen preisgünstigeren Lösungen kann Eugen Rappold  nicht mithalten, seine Einzelanfertigungen sind nicht mehr konkurrenzfähig. Eine Ausnahme bilden hochwertige Bestattungswagen. Sie werden für Eugen Rappold zur sicheren Geschäftsgrundlage. Hier hebt er sich durch seinen hohen Qualitätsanspruch ab von den Mitbewerbern. Er baut ausschließlich langlebige Ganzstahlkarosserien und verzichtet auf Kunststoffdächer, was ihn vom gesamten Wettbewerb deutlich abhebt.

 

Die 2. Generation

Mitte der 1970er Jahre zieht sich Eugen Rappold langsam aus dem Geschäftsbetrieb zurück. 1975 übernimmt sein Sohn Ingo Rappold das Unternehmen. Er ist gelernter Maschinenbau-Ingenieur und von Kindesbeinen an im Karosseriebau zu Hause. Die Entwicklung und Konstruktion von Spezialfahrzeugen, das handwerkliche Geschick und der Anspruch an Qualität sind ihm sozusagen in die Wiege gelegt. Mit ca. 30 Mitarbeitern entstehen bis heute in Wülfrath Sonderfahrzeuge und Spezialkarosserien für alle Anforderungen. Der Bau von exklusiven und individuellen Bestattungswagen bildet nach wie vor einen Schwerpunkt in diesem Bereich.

Rappold hat sich seit Jahrzehnten erfolgreich in einem Nischenmarkt etabliert. Das Karosseriewerk Rappold ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und liefert Sonderfahrzeuge und Spezialkarosserien in die ganze Welt.

 

Ausbildung und Mitarbeiter

Auch Ausbildung ist bei Rappold bis heute ein wichtiges Thema: Ganz im Sinne von Eugen Rappold bildet das Unternehmen im Karosseriebau aus. Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, Karosseriebautechniker und Fahrzeuglackierer sind Berufe, in denen junge Menschen bei Rappold ihr Handwerk von der Pieke auf lernen. Viele von ihnen bleiben im Unternehmen und profitieren von den Weiterbildungen, die Rappold seinen Mitarbeitern im In- und Ausland ermöglicht. Denn nur wer anderes sieht, kann Neues entdecken. Das interne Rotationsprinzip perfektioniert darüber hinaus die Fachkompetenz jedes Einzelnen. In regelmäßigen Abständen wechseln die Mitarbeiter zwischen den verschiedenen Arbeitsbereichen. Frei nach dem Motto „Hinterm Horizont geht’s weiter“ wird jeder Mitarbeiter bei Rappold unweigerlich zum Spezialisten im Karosseriebau und im Innenausbau von Fahrzeugen jeder Art.

 

Weiter geht’s

Seit 2015 ist der Betrieb in der 3. Generation. Mit Ingo Rappold sind nun Alma Rappold und seit 2016 Eldin Rappold in der Geschäftsführung des traditionsreichen Unternehmens mit verantwortlich. Damit sieht das Karosseriewerk Rappold zuversichtlich in die Zukunft. Ein echter Familienbetrieb eben.